Archiv für März 26, 2008

Die Bielefeld-Verschörung…ähm…Verarschung!

Hier also mein Bericht zum Auswärtsmyterium Bielefeld…

Wir sind mit einer kleinen Gruppe (8 Personen) mit dem Zug nach Bielefeld gefahren, was alles (fast) reibungslos klappte. Bereits kurz nach 14Uhr kamen wir am Bielefelder Hauptbahnhof an; feine Sache, eben bei McD einen Börger in die Figur schieben, kurz auf die Keramik…dachten wir uns! Falsch gedacht! Nachdem wir zunächst „die Harten“, die mit in unserem Zug saßen, in die Arme der bereits wartenen SEKs laufen liessen (damit hatten wir ja gerechnet… also mit „den Harten“ und der Polizei) und noch auf dem Bahnsteig ein weiteres Bierchen genossen, ein Bielefelder Freund zu uns gestoßen war und alles bereit zum Abmarsch war, die Erste von vielen netten Überraschungen!

Die Treppe zum Bahnhof runter, rechtsschwenk marsch (da ist ein McD)…POLIZEI. Fein in Reihe und Glied, wie an der Wäscheleine aufgehängt, eine/r neben der/dem andere/n! Okay, Sicherheit geht vor, also nett lächeln und einfach zwischen dem Balko-Verschnitt und Kojaks-Sohn durch…ein Arm „Ihr nicht!“

„Wie? Wir nicht?“ Verwirrung. „Wir wollen was freggeln und mal pieschern!“

„Nicht hier! Dahinten.“ sprachs und deutete auf die entgegen gesetzte Richtung.

„Okay, aber der McDonalds ist da!“ andere Richtung halt.

„Nein, ihr nicht!“

Was folgte war eine kurze Diskussion über menschliche Bedürfnisse und Eingrenzung der Freiheit, hatte aber leider keinen Sinn und so zockelten wir niedergeschlagen, hunrig und vor „Bedürfnissen“ hoppsend in die angepriesene Richtung. Was uns erwartete war ein mittelgroßer Platz (Codename: Ostwestfalenplatz), auf dem es weder eine öffentliche Toilette, noch einen McD gab. Die meisten Geschäfte/Bars/Restaurants waren (noch) geschlossen, schließlich war ja außer Fußball noch Ostern! Im dritten offenen Lokal nicht dumm abgewiesen („Die Putzfrau mach gerade sauber!“ „Wir haben keine Toilette!“) war eines der Bedürnisse befriedigt. Anstatt unseren Magen in einem der eher Fußballfan-untauglichen Fressalienanbietern am Platz eine McD Entwöhnungskur zu bieten, beschlossen wir zunächst unsere zu Neige gehenden Biervorräte aufzustocken und liefen zum örtlichen Kiosk. Ich, Biersatt, wollte mir eine Dose Cola-Jim Beam zu Gemüte führen (im Zug hatte es Gerüchte gegeben, das im Stadion für UNS kein alkoholhaltiges Bier verfügbar wäre), beim Stolzen Preis von 3,30€ pro Dose (0,3l) beschloss ich, das Bier gut schmeckt und immer lecker ist. Ein Dönerladen rette uns vor dem sicheren Hungertod und ist sehr zu empfehlen, ich glaube, der gehörte zum anliegenden Kino.

Und wie immer, wenn man sich wohl und gern willkommen fühlt (sucht die Ironie, ihr dürft sie behalten), raste die Zeit und für die Stehplatzkarteninhaber unter uns wurde es Zeit, den Weg zum Stadion zu Fuss anzutreten (etwa 2-3km). Also los in „etwa die Richtung“, son’ Stadion kann man schließlich nicht verfehlen. Die Richtung stimmte definitv, denn wir hatten den Platz noch nicht verlassen, da wurden wir wieder von einer Leine voll Polizisten empfangen. Der Pavlowsche Effekt hatte noch nicht eingesetzt und wie das Kind, das erst zweimal auf die heiße Herdplatte fassen muß und zu begreifen versuchen wir uns zwischen den Krisenkommandos durchzuschmuggeln. Was mußten wir hören nachdem ein recht unfreundlicher Arm uns an unserem Vorhaben hinderte?

„Ihr nicht!“ kam mir irgendwoher bekannt vor!

„Aber wir wollen zum Stadion!“ Diskussion….Diskussion….kam mir irgendwie bekannt vor!

Der gloreiche Plan meiner „neuen Freunde“ von der Rennleitung war es, am Ausgang des Platzes alle Fans zu sammeln und diese dann geschlossen zum Stadion zu patroullieren. Nur leider gab es auf dem Platz außer dem sitzplatzkartenbestückten Rest meiner Gruppe noch andere Fans, die noch nicht zum Stadion geleitet werden wollten. Also warten… den einen Bullen interviewed. Kam aus Dortmund, mach normalerweise die Borussia. Kann er ja nix dafür.

Erst später erfuhr ich, dass meine wartenden Kollegen freundlich von einigen Polizisten aufgefordert wurden, sichdoch auch in Richtung Stadion zu bewegen. Auf die Aussage, dass sie das aber noch nicht wollten hieß es dann weniger freundlich „Jetzt oder nie!“

Mit ca. 500 anderen Fans gings zum Stadion, dem wohl mit Abstand hässlichsten in ganz Deutschland. Nicht lange zögern, denn beim Anblick des wacklig-schäbbig wirkenden „Anbau“ an eine bereits vorhandene Tribüne (Westtribüne??) kommt uns der Gedanke , das Spielgeschehen lieber in einer kuschelig-sicheren Kneipe mit alkoholhaltigem Bier zu verfolgen…

Baustellen-Freiluft-Feeling und der vorsprochen schlechte Blick aufs Spielfeld (hey, die haben nur einen Sechzener!) verbunden mit meinen „harten Freunden in Schwarz“ und ihren Fahnen erwarten uns.

Stimmungsbringer, wenn auch wahrscheinlich ungewollt, war der Stadionsprecher der Gastgeber, der anstatt wie üblich die Mannschaftsaufstellung des Gastes in diesem Falle ja unsere) einfach herunterzubeten, zwischen Tim und Wiese eine Kunstpause einlegte, und somit dem Gästepublikum ein Lautes WIIIIEESSE ermöglichte. Scheinbar war der Arme etwas so Gutes nicht gewöhnt, denn er fuhr einfach so fort so das wir bis zum letzte Ersatzspieler unsere Aufstellung grölen durften!
Zum Spiel habe ich mich schon geäußert, darum kommen wir gleich zur Rückfahrt. Schneller als üblich kerten wir dem „Stadion“ (das Ding heißt sogar Arena…!) den Rücken und wetzten, dieses Mal ohne Begleitschutz, zurück zum Bahnhof. Ein erneute Wäscheleine Polizei am Eingang. Wenn man jetzt denkt, dass wäre der Fall gewesen, um Bielefelder vom Bahnhof fernzuhalten und den Gastfans eine reibungslose Heimfahrt zu gewährleisten, der ist noch nicht in Bielefeld gewesen! Arm – „Ihr nicht!“ In zehn Minuten sollte unser Zug fahren, und ein tapferer Werder-Fan gibt ja nicht auf…also Diskussion – und siehe da! Alle Guten Dinge sind eben doch drei und schlußentlich durfen wir wirklich zu unserem Zug.
Witzig vorallem der Dialog mit dem Oberpolizisten:
„Wann fährt euer Zug!“
„Jetzt sofort man!“
„Wann genau?“
Will der mit oder was? „So 20 nach 7!!!?“
„Gleis?“
Hallo? Veraschen? „11 glaub ich!“
„Dann habt ihr ja sicherlich schon eine Karte?“
„Sicher, Schwarzfahren ist verboten!“
„Die will ich sehen!“
Die Verwahrer unserer „Schönes Wochenende Tickets“ herangewunken…
„Da steht die Verbindung nicht drauf!“
Ach? Echt nicht? „Ist Gruppenticket. 10 Mann, ganz Deutschland?“ (bei Interesse hilft der freundlichen Bahnbeamte oder der Polizist, den ich hätte töten können, der weiß jetzt auch Bescheid!)
Naja, lange Rede (malwieder), Folge der ganze Choose war das wir zum Gleis gewetzt sind und uns in den falsche Zug gepackt haben. Der war zwar der Bequemste des Tages, leider fuhr der aber auch in die falscheste Richtung.
Wenigsten sind wir so doch noch zu McD gekommen!
Fazit:
Wer nach Bielefeld fährt ist selbst in Schuld. Als Gastfan ist man potenzieller Schwerverbrecher, das Stadion ist seines Namens nicht würdig und Ostersonntage habe ich schon angenehmer verlebt!

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